Fachbereich Physik

Professor Dr. Klaas Bergmann (rechts) erhält die Ehrendoktorwürde: Feierlich überreicht von Professor Dr. Nikolay V. Vitanov, Vize-Rektor der Universität St. Kliment Ohridski. Foto: Sofia University St. Kliment Ohridski

EHRENDOKTORWÜRDE FÜR EMERITIERTEN PHYSIKPROFESSOR DER TU KAISERSLAUTERN

Die Universität St. Kliment Ohridski in Sofia/Bulgarien hat dem Kaiserslauterer Professor Dr. Klaas Bergmann die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Universität Sofia würdigt damit nicht nur Bergmanns Forschungsleistungen, sondern insbesondere auch sein Engagement für die Integration von Kollegen aus Osteuropa in die europäische Forschungslandschaft. Professor Bergmann forschte bis 2015 an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) an Laser-Verfahren mit Anwendungen im Bereich der Atom- und Oberflächenphysik.

Kurz nach dem Wegfall des Eisernen Vorhangs vor gut 30 Jahren entschied sich Bergmann die bis dahin vielfältige Zusammenarbeit mit Kollegen aus den USA nicht weiter auszuweiten. Er wollte Kontakte nach Osteuropa zu suchen. Er wusste durch Besuche in den 70er und 80er Jahren in Ungarn, Lettland, Russland und Polen, dass die dortige naturwissenschaftliche Ausbildung ausgezeichnet war. Zudem war erkennbar, dass nach der Wende 1990 viele junge Kollegen diese Länder verließen, um im Westen zu arbeiten.

Ab dem Jahr 1996 war eine Vielzahl von Wissenschaftlern, oft begleitet von deren Studierenden, aus Riga/Lettland, Kiew/Ukraine, Sofia/Bulgarien und Eriwan/Armenien über jeweils viele Jahre für mehrere Monate pro Jahr bei ihm zu Gast. Prof. Bergmann legte Wert darauf, dass die Kollegen nach dem Aufenthalt an der TUK in ihre Heimatländer zurückkehrten. Viele seiner Gäste haben in ihren Heimatländern inzwischen führende Positionen in der Wissenschaft und Wissenschaftspolitik erreicht. Zu den genannten Standorten, insbesondere zu Kiew und Sofia, besteht weiterhin enger Kontakt. Die Besuche der Gäste aus Osteuropa waren für beide Seiten wissenschaftlich sehr fruchtbar. Sie wurden großzügig von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung unterstützt.

Professor Bergmann promovierte 1972 an der Universität Freiburg und wechselte nach einem Aufenthalt an der Universität von Kalifornien in Berkeley 1975 an die Technische Universität Kaiserslautern, wo er im Jahre 1980 habilitierte. Bis 2007 war er im Fachbereich Physik der TUK aktiv, hatte anschließend bis Ende 2015 eine Seniorforschungsprofessur inne. Seit 2017 ist er in der Industrie im Bereich Lasermesstechnik tätig.

Bergmann hatte an der TUK mehrere Sprecherämter inne, war von 2003 bis 2008 Mitglied des Hochschulrates und bis Ende 2018 im Vorstand des Landesforschungszentrums für Optik und Materialwissenschaften (OPTIMAS). Er erhielt eine Vielzahl von wissenschaftlichen Preisen und Ehrungen, darunter 2003 den Max-Planck Forschungspreis für internationale Kooperation und 2005 den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2020 ehrte ihn die Amerikanische Physikalische Gesellschaft für die Entwicklung des inzwischen weltweit eingesetzten STIRAP-Verfahrens mit dem Davisson-Germer-Preis 2020 für Atom- und Oberflächenphysik. Der Preis gilt als einer der höchsten Auszeichnungen auf diesem Feld. Zu den bisherigen 27 Preisträgern aus der Atomphysik zählen fünf spätere Nobelpreisträger. Bergmann ist erst der dritte Nichtamerikaner, der den Preis erhält.

Der Senat der Universität Sofia hatte bereits im Dezember 2019 beschlossen, Bergmann die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Corona-bedingt wurde die Feier zur Überreichung der Urkunde mehrfach verschoben. Nun fand sie am 27. Mai statt.  

 

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